Schwarze Halden,
bunte Wäsche


Marieke Schwartz
DE

Schwarze Halden, bunte Wäsche
Männer in Grubenhemden, von Kohle geschwärzt
glühende Funken, flüssiger Stahl
Fördertürme, Waschkauen
Hochöfen, Trinkhallen
geflieste Böden, silberne Außenrollos
Rohre, Schienen, Leinen




Die Stadt, mit der ich mich in diesem Projekt beschäftigt habe, ist Essen im Ruhrgebiet. Die Bilder, die sich mir aus dem Interview mit Hannah, verschiedenen Dokumentationen und Bildbänden zu einer Stadt und Region erschließen, die von rapidem Wandel, harter Arbeit, von Kohle und Stahl geprägt ist, sind Inspiration für die Muster- und Farbwelt meiner Textilentwürfe.

Die vielen verschiedenen, sich immer wiederholenden Strukturen, die in den Konstruktionen der Fabrikgebäude wie auch in den Arbeitsprozessen wiederzufinden sind, finde ich besonders spannend. Ein unendlich fortlaufender, einerseits monotoner, andererseits sich doch verändernder Rhythmus, der bis in alle Bereiche des Lebens der Menschen wirkte. Ausgehend von kleinen Rechtecken und Quadraten, die sich zu Linien und Flächen zusammenziehen oder in Raster auflösen, einem strukturiertem Chaos, sind Muster entstanden, die die Spannung und Komplexität dieser Industriekultur, wie sich sich mir erschließt, spürbar machen sollen.








Auch das Grubentuch, was von den Bergarbeitern auf vielfältige Weise benutzt wurde - zum Abwischen von Schweiß und Kohle, zum Abtrocknen nach Schichtende oder zum Einwickeln von Mahlzeiten - spielt in meinem Projekt eine Rolle. Es gibt mehrere Entwürfe, bei denen ich die Stoffe mit den gleichen Bindungen und Materialien wie die der Grubentücher gewebt habe, um die Anmutung der Tücher nachzuempfinden, jedoch mit eigenen, neuen Mustern meiner Kollektion.

Durch das Arbeiten an vier unterschiedlichen Webstühlen und -maschinen und die Verwendung verschiedener Garne wie Leinen, Baumwolle, Wolle, Recytex und Econyl, zwei recycelten Kunststoffgarnen, ist eine Kollektion von Geweben unterschiedlicher Qualitäten entstanden, die ihre Anwendung als Bekleidungsstoffe, Möbelbezugsstoffe, Decken und Handtücher finden.















ENG

BLACK HEAPS, COLOURFUL LAUNDRY


black heaps, colourful laundry
men in pit shirts, blackened by coal
glowing sparks, molten steel
mining towers, washrooms
blast furnaces, drinking halls
tiled floors, silver exterior blinds
pipes, rails, lines



The city I dealt with in this project is Essen in the Ruhr area. The images that emerge from the interview with Hannah, various documentaries and photo books on a city and region characterized by rapid change, hard work, coal and steel, are inspiration for the patterns and colors of my textile designs.

I am fascinated by the variety of repetitive structures and shapes that can be found in the factory buildings as well as in the industrial work processes. An infinitely continuous, on the one hand monotonous, but then again changing rhythm - permeating all areas of people's life. Starting from small rectangles and squares that contract into lines and surfaces, a structured chaos, or dissolve into grids, patterns have emerged that should make the tension and complexity of this industrial culture, as I see it, tangible.

The pit cloth plays a key role in my work. Miners used them in a variety of ways; whether it was for wiping off sweat and coal, drying off at the end of a shift or for wrapping their meals. I used the weaving techniques and materials of those cloths to create my design samples, recreating the look of the cloths with new patterns.


By working on four different weaving looms and
-machines and using linen, cotton, wool, Recytex and Econyl (two recycled synthetic material) yarn, I created a collection of fabrics with different qualities to be used for clothing, upholstery, blankets and towels.





Foto Credits: Marieke Schwartz, Matthias Ritzmann

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